China / Online Marketing

Chinesisches Bike-Sharing-Unternehmen Ofo sichert sich weitere 450 Millionen Dollar

Der Aufstieg von Ofo zum populärsten Bike-Sharing-Anbieter scheint unaufhaltsam. Der neuste Coup: 450 Millionen US-Dollar im Series D financing, mit dem das aufstrebende Unternehmen seine Expansion in Übersee massiv vorantreiben und Wettbewerber, wie Mobike, überflügeln möchte.

Shanghaier Studenten sind schon lange von dem kostengünstigen Service begeistert. Wer in der chinesischen Millionenmetropole schnell von A nach B kommen möchte und eine kurze Wegstrecke zurücklegen muss, nutzt immer häufiger die populäre Mobile App. Doch Wettbewerber, wie Mobike, sind dem Unternehmen dicht auf den Fersen. Um andere Anbieter vom Markt zu drängen und seinen Vorsprung zu halten, bietet das Unternehmen Fahrräder deshalb jetzt zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Städten für gerade einmal ein Yuan (0,15 Euro) pro Stunde an.

Nachhaltiges Geschäftsmodell oder bloßes Strohfeuer?

Für Analysten stellt sich dabei schon lange die Frage: Wie lange ist Ofo in der Lage, das Preisdumping durchzuhalten? Denn trotz aller Sicherheitsvorkehrungen: Allzu oft werden die Drahtesel Opfer von Diebstahl oder Vandalismus. Die 450-Millionen-Dollar-Investition könnte den Wettbewerb jetzt noch weiter anheizen. Denn auch der Anbieter Mobike aus Peking hatte gerade erst im Januar sich weitere 300 Millionen US-Dollar sichern können.

“Wir haben uns zum Ziel gesetzt, aus Ofo eine globale Marktmacht zu machen. Wir wollen weltweit Menschen die Möglichkeit geben, auf Kurzstrecken verstärkt Fahrräder zu nutzen und damit die Mobilität weltweit zu revolutionieren”, so Ofo-Gründer und CEO Dai Wei. Keine drei Jahre ist es her, da stand der 25 Jahre alte Studienabbrecher der rennomierten Peking University vor dem Nichts. Mittlerweile ist dessen Unternehmen, angefangen von der FAZ, bis hin zu Reuters und CNN, in aller Munde.

Denn nicht nur in China, sondern auch den USA und Großbritannien sind die schlichten Drahtesel zu einem echten Renner geworden. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen alleine in China über mehr als 70.000 Fahrräder in mehr als 20 Städten. In diesem Jahr plant das Unternehmen, seine Dienstleistungen auf bis zu 400 chinesische Städte auszuweiten.

Einfache Bezahlung mit WeChat-Wallet oder Alipay

Bike-Sharing ist bei Weitem keine neue Erfindung. Bereits in den 1990er Jahren gab es in Mannheim und anderen deutschen Städten Versuche mit Münzautomaten. Mittlerweile sind nach Angaben des Online-Magazins Bloomberg Technology rund 60 Anbieter in Asien, Europa und Nordamerika auf dem Markt. Was Ofo und Mobike von anderen Anbietern unterscheidet, ist die Möglichkeit, ein Fahrrad via Mobile App zu buchen und mithilfe von Alipay oder der WeChat-Wallet zu bezahlen. Jeder, der 300 RMB (ca. 38 Euro) Kaution hinterlegt, kann die Bikes nutzen. Doch Vorsicht: Die gelben Fahrräder, die mittlerweile überall in Chinas Metropolen auftauchen, haben weder Gangschaltung noch Licht.

Trotz des derzeitigen Preisdumpings: Es gibt auch einen Hoffnungsschimmer, dass sich der Markt irgendwann konsolidiert, meint Tom Mackenzie von Bloomberg Technology. So versuchen die Wettbewerber derzeit den Markt gegenseitig abzustecken. Mit Edelfahrrädern in der Preisklasse von bis zu 3000 Yuan (380 Euro) hat Mobike die urbane Mittelklasse im Blick, während Ofo sich mit seinen preiswerten Fahrrädern an Studierende und Nutzer aus unteren Einkommensschichten wendet.

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One Comment

  1. Vielen Dank für den Artikel. Ofo und MoBike gibt es jetzt auch bei uns in Nanjing. Ich glaube der Wettkampf ist noch nicht entschieden. Vielleicht werden in ein paar Monaten schon ein paar von den Anbietern pleite. Aber jetzt zumindest können wir gut von den Apps profitieren. Vor allem bei Studenten sind Ofo und MoBike sehr beliebt.

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