China

Millionenbetrug in Shanghai: Wie Sie sich vor falschen QR-Codes schützen

Ob Obsteinkauf vom Straßenhändler, Toilettenpapier oder Luxus-Dinner: QR-Codes sind aus dem chinesischen Alltag kaum noch wegzudenken. Das haben auch Betrüger erkannt, die Codes auf Werbetafeln oder Fahrrädern überkleben und dadurch WeChat-Wallets und Alipay-Accounts plündern.

Egal ob zur Aktivierung von Fahrradschlössern bei Bike-Sharing-Anbietern wie Ofo oder MoBike oder bei Werbeaktionen im Supermarkt. QR-Codes sind aus Chinas Megametropolen längst nicht mehr wegzudenken. Doch seit diesem Monat berichten führende Zeitungen verstärkt von Missbrauchsfällen. Einige QR-Codes wurden von Kriminellen überklebt und wer einen der falschen Codes scannte, wurde um teilweise mehrere Zehntausend RMB erleichtert.

Vorsicht vor Viren und Fehlabbuchungen

Der Missbrauch von QR-Codes ist indes nicht neu. In sozialen Netzwerken wurden schon in der Vergangenheit Codes geteilt, die Viren enthielten, mit deren Hilfe Kriminelle sich Zugang zur WeChat-Wallet oder zum Alipay-Code von betroffenen Usern verschaffen konnten. Die Tarnung war teilweise so geschickt, dass Nutzer häufig im Glauben gelassen wurden, ihr Geld werde für ein im Internet erworbenes Produkt vom Alipay-Konto abgebucht.

Mit der massiven Zunahme der Mietfahrräder in chinesischen Städten, die sich mithilfe eines QR-Codes aktivieren lassen, ist der Missbrauch drastisch angestiegen. Beispielsweise gelang es in Shanghai Kriminellen mittels eines falschen QR-Codes RMB 299,- (etwa 40 -€), die Summe, die MoBike normalerweise als Kaution verlangt, von der WeChat-Wallet zahlreicher betroffener Smartphone-Nutzer abzuziehen.

Technische Maßnahmen bieten begrenzten Schutz

Bei Alibaba und den Bike-Sharing-Unternehmen scheint man sich dem Problem mehr und mehr bewusst. Für seine mobile Wallet entwickelt Alipay schon seit Jahren Verifizierungs- und Verschlüsselungssoftware zum Schutz von Nutzerdaten. Push Notifications sollen Nutzer darüber informieren, sobald Kriminielle versuchen, einen Screenshot vom Bezahlcode eines Users zu machen.

Technischen Schutzmaßnahmen sind jedoch enge Grenzen gesetzt, solange Nutzer nicht in der Lage sind, zu erkennen, wenn Kriminelle versuchen, sich der mobilen Wallet zu bemächtigen. Das Unternehmen Ant Financial unterstützt daher Gewerbetreibende durch Trainingskurse, falsche QR-Codes zu erkennen, bevor Kunden dadurch zu Schaden kommen.

Sinophilia-Tipps für mehr Sicherheit beim digitalen Bezahlen

Expats, die befürchten, dass Gangster über QR-Codes Geld entwenden, sollten folgende Schutzmaßnahmen ergreifen:

1) Hände weg vom Scannen unbekannter QR-Codes von wilden Plakatwänden oder Aufklebern, z. B. in der U-Bahn.
2) Beim Scannen von QR-Codes, z. B. auf Fahrrädern, immer genau kontrollieren, ob der QR-Code nicht überklebt oder sonst anderweitig verändert wurde.
3) Darauf achten, dass es sich beim Konto, das man mit der WeChat-Wallet oder Alipay verknüpft, nicht um das Gehaltskonto handelt. Sicher ist sicher.
4) Von Versicherungen Gebrauch machen: Alipay bietet jetzt Versicherungen an, durch die sich Kunden bei der Bezahlung absichern können.

Die Trainingskurse von Sinophilia, der Agentur hinter “Socialmedia-Blog”, bieten Expats, die sich bereits in China aufhalten oder sich in Deutschland auf Ihren China-Aufenthalt vorbereiten, die Möglichkeit, mehr über die Nutzung von Online-Bezahlsystemen und dem Schutz vor Missbrauch zu erfahren.

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