China / Online Marketing

Ele.me, Meituan, Daojia: Chinas Lebensmittel-Lieferdienste im Test

Hoher Arbeitsdruck und lange Wege von der Wohnung ins Büro: Selbst kochen oder ins Restaurant gehen kommt für viele Bewohner in Städten wie Shanghai, Peking oder Guangzhou schon seit langem nicht mehr in Frage. Eine Alternative bieten Lebensmittel-Lieferdienste.

Wer in China nicht selbst kochen oder ins Restaurant gehen möchte, hat eine Menge an Möglichkeiten: Nicht nur in Metropolen wie Shanghai oder Peking sondern auch in second- und third-tier cities wächst die Nachfrage nach Lebensmittel-Lieferdiensten. Was Qualität, Preis und Verfügbarkeit angeht, so bestehen zwischen den einzelnen Anbietern teils erhebliche Unterschiede.

Ele.me: Low-end Catering-Dienst für Studenten und Arbeiter

Für einen Mittagssnack wie Wonton (gefüllte Teigtaschen mit Gemüse und Reis) oder Nudelsuppe optimal: Wer Ele.me nutzt, erkennt schnell die Vorteile der App. User begeistert dabei vor allem die große Reichweite und der niedrige Preis der verfügbaren Gerichte. Für 30 bis 40 RMB (etwa 3,90 bis 5,30 Euro) erhalten Nutzer in der Regel ein komplettes Mittag- oder Abendessen plus Getränk – Lieferkosten inklusive.

Der im September 2008 gegründeter Dienstleister ist mittlerweile in über 300 chinesischen Städten verfügbar und erreicht über 25 Millionen registrierte Nutzer (Stand: August 2016). Wer Ele.me nutzt, kann dies auch tun, ohne sich dafür zu registrieren. Ein Download der App aus einem chinesischen App-Store genügt.

Mehr als 20% der chinesischen Internetnutzern haben den Dienst bereits in Anspruch genommen. Der Name von Ele.me, in Anlehnung an “你饿了吗?“, bedeutet übrigens in etwa „Hast du Hunger?“. Bereits Ende 2013 wurde das Unternehmen vom News-Portal Technode als eines der zukunftsträchtigsten Start-ups gefeiert.

Meituan: Am „chinesischen Groupon“ kommt keiner vorbei

Mit fünf Freunden zusammen ein Abendessen bestellen und anschließend ins Kino? Nena Liu beschreibt auf Socialmedia-Blog.Net, welche beeindruckenden Deals Waimai Meituan (外卖美团) zum Beispiel Studierenden in Chongqing bietet. Dabei ist das Portal seit 2014 noch einmal deutlich gewachsen.

Mit mehr als 30 Millionen Smartphone-Nutzern täglich in 1000 Städten ist Meituan die derzeit populärste group buying site Chinas. Großinvestoren stellten dem Dienstleister bis Januar 2015 mehr als 700 Millionen Dollar zur Verfügung. Dazu zählen Alibaba, Sequoia und General Atlantik. Und nicht nur das News-Portal Techcrunch glaubt, dass für eine wachsende Zahl an Chinesen Meituan unverzichtbar geworden ist.

Daojia: Lieferdienst für Kunden mit gehobenen Ansprüchen

Im Gegensatz zu Ele.me richtet sich der 2010 ins Leben gerufene Lebensmittel-Lieferdienst Daojia (到家) vor allem an Kunden aus der oberen Mittelschicht und Oberschicht. Er ist derzeit in neun Städten verfügbar: Peking, Tianjin, Shanghai, Hangzhou, Suzhou, Changzhou, Wuxi, Shenzhen und Guangzhou (Stand: August 2016). 2017 plant das Unternehmen seine Aktivitäten auf insgesamt 30 Städte auszuweiten.

Nach Informationen von Technode hat das Unternehmen in etwa eine Million registrierte Nutzer. In den vergangenen Jahren gab es sowohl bei der Zahl der beteiligten Städte, der Zahl der Zusteller als auch der Zahl der verfügbaren Restaurants einen starken Anstieg. Dank der Angebote von JD und weiterer Investoren scheint auch die Finanzierung für die kommenden Jahre gesichert.

Foto: Windell Oskay: Food Delivery. Flickr: CC BY 2.0.

Tags: ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*