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Kommt jetzt bald das Kopftuch-Emoji?

Ob bei WhatsApp, Facebook oder WeChat: Aus dem digitalen Alltag sind Emojis längst nicht mehr wegzudenken. Kaum eine Stimmung, die sich nicht durch sie beschreiben lässt. Doch Gefühlsregungen auszudrücken, reicht vielen nicht mehr aus. Einigen geht es inzwischen auch um Glaubensfragen.

Jeden Tag werden sie hundertmillionenfach verschickt. Teenies in China, Geschäftsleute in London oder Großeltern in Italien – sie alle nutzen Emojis. Auch wenn es um religiöse Angelegenheiten geht, möchten viele ihre Haltung durch die Bildchen darstellen. Dank Dutzender neuer Symbole ist das für Christen, Juden und Hindus mittlerweile kein Problem.

Muslime hatten jedoch bisher wenige Möglichkeiten, ihre religiösen Gefühle durch Emojis auszudrücken. Rayouf Alhumedhi möchte das ändern. Als sie vor einigen Wochen mit Freundinnen auf WhatsApp chattete und sich alle statt eines Profilfotos ein Emojii gaben,fiel ihr auf, dass es keines gab, dass ihre Gefühle auch nur annähernd beschreiben konnte. Denn die 15 Jahre alten Schülerin aus Berlin trägt ein Kopftuch – so wie 550 Millionen andere muslimische Frauen auch.

Berliner Schülerin setzt sich bei Software-Unternehmen durch

Die Schülerin beschloss die Sache selbst in die Hand zu nehmen, wusste aber nicht so recht, an wen sie sich dafür wenden sollte. Ihre E-Mail an den Apple-Support blieb unbeantwortet. Denn nicht Apple entscheidet, welche Emojis zur Verfügung stehen, sondern das Unicode-Konsortion – ein Zusammenschuss verschiedener Software-Unternehmen. Die Berlinerin machte sich an die Arbeit, zeichnete einen Entwurf und reichte ihn dort ein.

Dass sich der Ausschuss kurze Zeit später tatsächlich melden würde, damit hätte sie nie gerechnet, sagte die 15-Jährige in einem Interview mit dem Tech-Magazin Buzzfeed. Das Unicode-Konsortium plant jetzt für Anfang November die Aufnahme des neuen Emoji in seine insgesamt über 700 Symbole umfassende Liste.

So können bald auch Facebook- und WhatsApp-Nutzer davon Gebrauch machen. Alhumedhi begründet ihr Engagement folgendermaßen: „Ich würde gerne repräsentiert werden“, schreibt Alhumedhi in einem Thread des Online-Forums Reddit. „Weil für die massive Anzahl an Frauen, die ein Kopftuch tragen, ein Platz auf der Tastatur reserviert sein muss.“

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