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Snapchat oder Instagram: Welches Netzwerk eignet sich besser für meine Firma?

Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland machen seit Kurzem zwei soziale Netzwerke Schlagzeilen: Instagram und Snapchat stoßen vor allem bei der Generation der Millenials auf wachsendes Interesse. Aber eignen sie sich auch für Unternehmen?

Sowohl Instagram und als auch Snapchat haben in den vergangenen Jahren gewaltige Zuwachsraten verzeichnet. Mit 400 Millionen Nutzern weltweit hat Instagram im vergangenen Jahr sogar Twitter (320 Millionen) abgehängt. In Deutschland verfügen bisher etwa 10 Prozent aller Internetnutzer über einen Account. Die Zahl der Snapchat-User ist ebenfalls im vergangenen Jahr rasant gewachsen. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Social-Media-Experten schätzen den Anteil auf etwa drei Millionen, was zirka sechs Prozent der deutschen Internetnutzer entspricht.

Sowohl was Instagram als auch Snapchat angeht: Deutschland zählt für beide Netzwerke zu den zehn wichtigsten Ländern und verzeichnet die aktuell höchsten Zuwachsraten. Ein Grund, warum sich auch immer mehr Unternehmen für die beiden Social-Media-Kanäle interessieren. Bei beiden Netzwerken steht das Teilen von Bildern im Vordergrund. Sobald Nutzer einer bestimmten Marke oder einem bestimmten Unternehmen folgen, erscheint der Content im News-Feed – ähnlich wie bei Facebook. Nutzer können mit Unternehmen agieren, indem sie den Content kommentieren, liken oder teilen.

Hashtags und Instagram-Werbung als Marketing-Instrument

Ebenso wie Twitter verwendet Instagram Hashtags, was Nutzern das Aufspüren von relevanten Inhalten erleichtert. Vom geschickten Einsatz von Hashtags können auch Unternehmen profitieren und dafür sorgen, dass ihre Inhalte die relevanten Nutzergruppen erreicht. Eine weitere Möglichkeit für Unternehmen, ihre Inhalte Usern zugänglich zu machen, ist Instagram-Werbung. Ein Vorteil für Werbetreibende: Da Instagram seit 2012 zu Facebook gehört, benötigt man zum Schalten von Anzeigen auf Facebook und Instagram nur ein einziges Interface.

Als Mark Zuckerberg sich 2012 entschied, Instagram für eine Milliarde US-Dollar zu kaufen, waren viele Social-Media-Experten schockiert. Wie um alles in der Welt sollte sich eine Investition in eine Foto-App mit überwiegend verwackelten Bildern und einer sehr überschaubaren Nutzer-Gemeinde jemals auszahlen? Ähnliche Bedenken äußerten Analysten bis vor Kurzem in Bezug auf Snapchat: Noch bis vor nicht allzu langer Zeit war das Netzwerk vor allem für Nacktbilder und Cat Content berüchtigt. Doch das beginnt sich gerade zu ändern.

In einer völlig Medien-übersättigten Welt bietet Snapchat Nutzern die Möglichkeit des Vergessens. Denn Nachrichten werden innerhalb kürzester Zeit gelöscht – es sei denn, der Nutzer sichert sie über sogenannte “Snaps”: Vor allem für Unter-Zwanzigjährige, die sich an ein Leben ohne soziale Netzwerke kaum noch erinnern können, ein besonderer Reiz. So bezeichnet Statista Snapchat als das wertvollste und zukunftsträchtigste Startup des vergangenen Jahres.

Wo befindet sich die Zielgruppe von einem Unternehmen?

Es ist trivial, doch immer noch ungemein wichtig: Wer sich für eine bestimme Social-Media-Plattform entscheidet, sollte sich die Frage stellen, ob auf dieser die für das Unternehmen relevante Zielgruppe aktiv ist. Unterschiedliche Unternehmen benötigen daher unterschiedliche Netzwerke.

Während für ein mittelständisches Unternehmen mit einem konservativen Kundenkreis häufig bereits Facebook, Twitter und Xing ausreichen, sind Firmen mit einer jungen Zielgruppe und viel visuellem Content, wie zum Beispiel das Rostocker Startup Gusti Leder, auf Netzwerke angewiesen, die deren Inhalte besonders zur Geltung bringen.

Aufgrund der hohen Nutzerzahlen kommt für viele Unternehmen hier in erster Linie YouTube infrage. Aber auch Instagram gilt bei vielen Social-Media-Strategen mittlerweile als “too large to be ignored”. Jedoch lohnt sich in Deutschland die Nutzung derzeit nur für Firmen, die Produkte vertreiben, die sich in erster Linie an Teenager oder Millenials richten.

Snapchat-Nutzer sind ebenfalls wesentlich jünger als die Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Nutzer ist zwar derzeit noch gering, wächst jedoch rasant. Ein weiterer Vorteil: Die Zahl der registrierten User, die sich regelmäßig einloggen, ist höher als auf etablierten Netzwerken wie Twitter oder Facebook. So werden Inhalte schnell weiterverbreitet. Wer Content live streamen und sich darüber hinaus ein jugendliches Image geben möchte, für den ist Snapchat geradezu ideal.

Sowohl Instagram als auch Snapchat bieten gewaltige Chancen

Bei Marketing-strategischen Überlegungen sollte man als Unternehmer vor allem die Konkurrenz im Auge behalten: Auf welchen Netzwerken sind meine Konkurrenten unterwegs? Mit welchen Inhalten punkten sie? Welche Kundengruppen sprechen sie an? Die Zahl der Firmen, die Instagram fürs Marketing benutzen, hat sich 2015 beinahe verdoppelt. Für 2016 gehen Social-Media-Strategen davon aus, dass über 48 Prozent der amerikanischen Unternehmen auf Instagram aktiv sein werden – entweder via Instagram-Ads oder über einen eigenen Business-Account.

Die Zahl der Unternehmen, die auf Snapchat aktiv sind, ist bisher überschaubar, jedoch ebenfalls rasant wachsend. Starbucks und Taco Bells haben bereits Anfang 2015 die Plattform für sich entdeckt und auch einige deutsche Firmen haben bereits Interesse an der Plattform signalisiert.

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2 Comments

  1. Sehr gelungener Beitrag.
    Meiner Meinung nach sollte man sich bei dieser Entscheidung zwischen Instagram und Snapchat auf keines der beiden festlegen, sondern – soweit möglich – das beste von beiden mitnehmen.
    Also beide Plattformen aktiv nutzen.

    Gruß

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