China / Networks

Auf war es jüngst zu lesen: „Chinas Anti-Facebook will den Weltmarkt stürmen“. SPON-Redakteur Jonathan Mielke attestiert dem sozialen Netzwerk ein gigantisches Wachstumspotential. Felix Lee von der ZEIT verweist auf Anfangserfolge unter der chinesischen Diaspora in den USA.

Ist Weixin wirklich das erste innovative Netzwerk made in China?

Mielke behauptet „Tencent, Sina oder der Suchmaschinenkonzern Baidu beschränkten sich bisher weitgehend darauf, Formate wie Facebook, Twitter, YouTube oder Google zu kopieren“. Stimmt so nicht! Auch das Tencent Produkt QQ verfügt über einige innovative Features (einfach bedienbares Remote Desktop Control Tool, schnellerer Datentransfer), durch die es Skype überlegen ist. Sina Weibo ist ebenfalls mehr als ein Facebook-Klon, sondern eine erfolgreiche Mischung aus Microblogging Dienst und Social Networking Site.

Warum haben sich chinesische Netzwerke bisher auf dem Weltmarkt nicht durchgesetzt?

Mielke schreibt: „In China wächst die Nutzerzahl von Weixin rapide, und auch im Ausland vermarktet Tencent seinen Dienst.“ Das allein ist jedoch noch kein Indikator für eine langfristigen Erfolg. Auch QQ verfügt seit Jahren über eine französisch- und englischsprachige Version, ohne eine größere Zahl Amerikaner oder Europäer zu begeistern. Die weit verbreitete Angst vor der chinesischen Zensur mag dabei eine Rolle spielen. Eine weiterer Grund ist die prozentual eher geringe Anzahl an mobilen Internetnutzern außerhalb Chinas, für die Microblogging-Dienste, wie Weixin und Sina, besonders attraktiv sind. Wie ernst es Weixin mit seinen Bemühungen, in den außerasiatischen Bereich zu expandieren, ernst meint, bleibt abzuwarten.

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