In der Mitte ein alter Hochofen, rings herum Luxusapartments, eine Shopping Mall und ein neu gestalteter Bahnhof. Ein Uni-Campus befindet sich gerade im Aufbau: Esch-sur-Alzette ist einer der dynamischsten Orte Luxemburgs. Und dort befindet sich seit 1998 der Business Incubator „Technoport“ – ein Ort, an dem sich junge Talente aus ganz Europa zusammenfinden, um kreative Ideen in die Tat umzusetzen.
Luxemburg bietet, so Diego De Biasio Leiter des Start-up Centers, optimale Bedingungen für junge Unternehmer: „Zu uns kommen viele Absolventen aus Deutschland, Frankreich und Belgien, die sich teilweise monatelang vergeblich um finanzielle Unterstützung bemüht haben. Der bürokratische Aufwand, Fördergelder zu beantragen oder Genehmigungen für Projekte zu erhalten, ist in Luxemburg wesentlich geringer als in den Nachbarländern.“
Software-Ingenieure und Maschinenbauer im selben Gebäude
Mit seinen zwei Standorten, Esch-Belval und Foetz, verfügt der Technoport über insgesamt 12.000 m² Bürofläche. In den kommenden Jahren werden, so De Biaso, nochmals 4000 m² hinzukommen: „Uns geht es jedoch mehr um Klasse als um Masse“. Technoport bietet jungen Unternehmen die Möglichkeit, Büros in den ersten vier Monaten mietfrei zu nutzen. Voraussetzung ist jedoch ein hieb- und stichfestes Konzept, das sowohl Leitung als auch Sponsoren überzeugt. Am Technoport arbeiten zur Zeit rund 120 Leute, davon zwischen 60 und 70 in Belval. Man beschränkt sich dabei nicht ausschließlich auf Software-Entwicklung und Social Media: „Bei uns arbeiten junge Software-Ingenieure zusammen mit Feinmechanikern und Maschinenbauern.“
City Mov’ und Wordbee zählen zu den derzeit erfolgreichsten Start-ups am Technoport: City Mov’ ist derzeit auf dem Sprung zum führenden Luxemburger 24/7-Verleihservice für Elektroautos – besonders geeignet für Leute, die in Luxemburg-Stadt leben und arbeiten. Die Entwickler betrachten ihren Service als Ergänzung zum bisherigen innerstädtischen Mobilitätskonzept. Wordbee bietet Übersetzern eine Plattform zum gemeinschaftlichen Übersetzen von Texten. Neben E-Mail-Marketing nutzt Wordbee vor allem und Twitter als Plattformen, um seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen.
Hier wurde der Talkwalker geboren
Auch der Online Monitoring-Anbieter Talkwalker, der mit einem kostenlosen Alternativprodukt zu Google Alerts den Markt aufwirbelt, hat seine Wurzeln im Technoport in Esch-sur-Alzette: Im Start-up Incubator tüftelten Christophe Folschette und Thibaut Britz an der Blog-Suchmaschine Iterend, aus der schließlich das Social Media Monitoring- und Analytics-Tool Talkwalker hervorging. Talkwalker hat sich heute als eines der führenden Online Monitoring Tools auf dem Weltmarkt etabliert und arbeitet mit einflussreichen Agenturen, wie Burson Marsteller, Havas Worldwide, Publicis und Ogilvy zusammen. Diego De Biasio ist auch heute noch davon überzeugt: „Talkwalker ist einer der erfolgreichsten Unternehmen, die wir jemals bei uns gehostet haben.“